Zu den häufigsten Nervenkompressinssyndromen gehören das Karpaltunnelsyndrom der Hand und das Ulnarisrinnensyndrom am Ellbogen. Beide Krankheiten operieren wir ambulant. Die notwendigen Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen können in unserer  Praxis zeitnah gemessen oder postoperativ kontrolliert werden.

Seltenere Nervenkompressinssyndrome sind die Meralgia paraesthetica (Leistennerv, der den Oberschenkel sensibel versorgt oder das Engpassyndrom des Peroneusnerven am Wadenbeinköpfchen. Diese und seltenere Nervenengpassyndrome können in unserer Praxis ambulant operiert werden.

Engpässe des Halsnervenplexus (Thoracic outlet Syndrom) operieren wir ebenfalls allerdings mit 2-3 Tagen stationärem Aufenthalt.

Osteoporotische Sinterungsfrakturen können heftige Schmerzen verursachen. Eine minimal-invasive Einbringung von Knochenzement kann den eingebrochenen Wirbel wieder aufrichten und von innen zementieren. Die Schmerzen lassen rasch nach der OP nach und der behandelte Wirbel ist wieder belastbar. Der Eingriff kann über zwei stricknadeldicke Kanülen in Vollnarkose durchgeführt werden und ist mit 3-4 Tagen stationärem Aufenthalt verbunden.

Mit zunehmenden Alter kommt es durch Alterungsprozesse bei relativ vielen Menschen nicht nur zu Verengungen des Wirbelkanals, sondern auch zu Instabilitäten wie z.B. Gleitwirbel oder Verengungen bei vorbestehenden Skoliosen (S-förmige Krümmung der Wirbelsäule). Dies muss nicht immer Schmerzen machen, aber in bestimmten Fällen führt es zu heftigen Schmerzen in einem oder beiden Beinen, so dass die Gehstrecke immer weiter eingeschränkt wird.

Die Ursache der Verengungen des Wirbelkanals (Spinalstenose) oder der Austrittslöcher der Nervenwurzeln (Foramenstenosen) sind hier die Instabilitäten. Das Wirbelgleiten ist nur durch eine aufwendige Operation zu heilen, bei der die Wirbel mit einem Schrauben-Stab-System miteinander fixiert werden. Der Bandscheibenraum wird zusätzlich ein- oder beidseitig ausgeräumt und mit Knochen und einem Platzhalter gefüllt mit dem Ziel, dass die Wirbel knöchern verschmelzen (Fusion). Dann sind die Schrauben nach 1-2 Jahren nicht mehr notwendig, müssen aber nicht notwendigerweise entfernt werden.

Stabilisierungs-Operationen können offen chirurgisch oder minimal-invasiv durchgeführt werden. Die Methoden richten sich nach der Komplexität der krankhaften Wirbel-veränderungen. Unabhängig von der Technik ist auch bei mehrstündigen Operationen selten eine Blutübertragung erforderlich und die Patienten können in den meisten Fällen am Folgetag zur Toilette mobilisiert werden. Die Gabe von Schmerzmitteln ist individuell verschieden und muss der Situation angepasst werden. In der Regel können Patienten nach einer solchen Operation nach 5-8 Tagen das Krankenhaus verlassen und wieder in die häusliche Umgebung zurückkehren. Eine Reha—Behandlung sollte frühestens nach 6 Wochen begonnen werden, wenn die Wundheilung abgeschlossen ist.

Die Erfolgsrate der Stabilisierungsoperationen hängt von den vorbestehenden Beschwerden und der beruflichen Belastung ab. Bei überwiegenden Beinschmerzen vor der Operation, wie er bei Wirbelgleiten und Skoliosen häufig ist, sind Erfolge in 75% zu erwarten, insbesondere, wenn die Patienten nicht mehr im Arbeitsprozess stehen. Ansonsten gilt, dass keine Stabilisierungsoperation den Patienten fit für eine körperliche Belastung machen kann. Leichte körperliche Tätigkeiten sind nach 6 Monaten in der Regel wieder machbar.

Bei mehrfachen Bandscheibenvorfällen an der gleichen Bandscheibe werden Stabilisierungs-operationen meist nach der dritten Operation (dem zweiten Rezidivvorfall) zur Vermeidung immer neuer Bandscheibenvorfälle an gleicher Stelle gemacht. Bei reinen Rückenschmerzen sind die Ergebnisse der Stabilisierungsoperationen schlechter, deutliche Besserung meist nur in 50% der operierten Patienten zu erwarten.

Schmerzen des Kreuzdarmbeingelenkes sind sehr häufig und machen etwa 25% aller ins Bein ausstrahlenden Schmerzen aus. Meist ist es ein vorübergehender Zustand, der durch Medikamente und Physiotherapie wieder ausheilt. Bei sehr hartnäckigen, über Wochen andauernden Schmerzen sind Injektionen in das Ileosakralgelenk hilfreich, sowohl mit der Computertomographie wie mit dem C-Bogen. Injiziert wird in der Regel ein Gemisch von lokalem Betäubungsmittel und entzündungshemmenden Cortison, ähnlich wie bei Knie- oder Hüftgelenksschmerzen. Nach 4 Injektionen im Abstand von etwa 2-3 Wochen sind etwa 80% der so behandelten Patienten wieder schmerzfrei oder haben nur noch geringe Schmerzen.

Sind die Injektionen nur von kurzer Dauer, dann kann eine ISG-Arthrodese sehr hilfreich sein. Arthrodese heißt: „Gelenkversteifung“. Die Knochen des Beckens sind sowieso nur minimal gegeneinander beweglich, etwa 10 Grad im ISG- Gelenk. Eine Versteifung wirkt sich kaum merkbar aus, kann aber den immer wieder kehrenden Schmerz in über 80 % deutlich reduzieren. Eine neue minimal-invasive Methode (i-fuse Verfahren der Firma Si-bone) steht seit 2009 zur Verfügung und wird nun auch in Deutschland zunehmend und mit großem Erfolg angewandt. Die hohen Erfolgsraten sind in vielen international anerkannten Studien belegt und können auch durch unsere Erfahrung in den letzten drei Jahren bei über 100 Patienten bestätigt werden.

Dabei werden in Vollnarkose zwei dreieckige Titanstifte über einen 5cm Hautschnitt seitlich am Becken in die Beckenknochen eingesetzt. Der Eingriff dauert etwa 30 Min., danach folgt eine mehrtägige langsame Mobilisierung mit zwei Unterarmgehstützen, die drei Wochen benutzt werden sollten. Eine normale Belastung ist nach 4-6 Wochen bei 80% der Patienten wieder möglich.

Stenosen des Wirbelkanals können durch Vergrößerung der Wirbelgelenke im Alter entstehen, aber auch durch Verdickung der Bänder zwischen den Wirbeln, durch Gelenkzysten oder durch übermäßige Vermehrung der Fettpolster im Wirbelkanal. All das kann dazu führen, dass der mit Nervenwasser (Liquor) gefüllte Nervenwurzelschlauch von außen so sehr komprimiert wird, dass es zu Schmerzen in den Beinen oder auch im Rücken unter Bewegung kommt. Die schmerzfreie Gehstrecke kann dabei auf wenige Dutzend Meter schrumpfen, so dass die Mobilität erheblich eingeschränkt wird.

Da die Veränderungen in der Regel nicht von selbst verschwinden, sondern im Laufe der Zeit eher zunehmen, ist eine Operation in diesen Fällen die beste Lösung. Nur wenn der Allgemeinzustand zu schlecht ist oder ein hohes Alter die Operation risikoreich erscheinen lässt, sind computertomographie-gestützte Injektionen (PRT-periradikuläre Therapie) eine Alternative, die aber meist nur von kurzer Dauer ist und dann regelmäßig wiederholt werden muss.

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